Spontaner Besuch auf dem TYPO3camp Stuttgart

TYPO3camps erfreuen sich, wie zur Zeit fast jedes Barcamp, wachsender Beliebtheit und nachdem schon in Hamburg, München und Potsdam/Berlin TYPO3camps statt fanden zog nun die Baden-Württembergische Hauptstadt nach.

Das erste TYPO3camp Stuttgart fand vom 20. bis 22. Mai im Schloss der Universität Hohenheim statt. Mit gerade eben diesem Schloss haben die Veranstalter eine Örtlichkeit gefunden, die alles in den Schatten stellt was ich bisher als BarCamp Locations erleben durfte. Ich denke das diese Aussage nicht nur auf mich zutrifft. Das Schloss war eine eindrucksvolle Kulisse für diese Veranstaltung. Mit ca 200 Teilnehmern war das TYPO3camp Stuttgart denke ich auch das größte TYPO3camp in Deutschland. Und wie man auf der Webseite typo3camp-stuttgart.de sehen kann (ganz unten) waren stolze 6 Core Entwickler anwesend.

Leider kann ich in diesem Beitrag nicht vom gesamten Camp berichten, da ich mich sehr spontan am Samstag Abend dazu entschieden habe noch in Stuttgart vorbei zu schauen.

Und auf Grund dieser Spontanität hatte ich ein sehr ergiebiges, wenn auch schlafloses, Wochenende. Nachdem ich, noch voller Begeisterung, von der Developer Conference Hamburg heimgekommen war wollte ich eigentlich nur noch das tolle Wetter bei einer Fahrradtour geniessen und mich dann an den Rechner setzen um all die neuen Impressionen der DevCon auf mich wirken lassen. Doch bis auf die Fahrradtour kam alles ein wenig anders.

Das ganze Wochenende stand im Fokus der Developer Conference Hamburg, doch ich habe immer mit einem Auge von der #dchh Twitterwall auf die #t3cs Twitterwall geschaut und somit das Camp via Twitter verfolgt. Dieser Fakt führte auch dazu das ich mich ca. 22 Uhr am Samstag Abend in mein Auto begeben habe um die Reise von Ahrensburg nach Stuttgart anzutreten. Als Schuldige für diese Entscheidung sind Sven Wolfermann (@maddesigns) und Anja Leichsenring (@maddy2101) zu nennen, welche mir den Gedanken schmackhaft gemacht haben. Aber wir wollen nicht klagen, denn ich kann schon vorweg nehmen, dass ich die Entscheidung nach Stuttgart zu fahren nicht bereut habe.

Angekommen in Stuttgart musste ich in den ersten Stunden vor dem dritten Tag des Camps schon feststellen, dass ich so einiges am Vortag versäumt habe. Aber wer sich samstags 22 Uhr dazu entschließt am Sonntag in Stuttgart zu sein bekommt eben nicht spontan einen Flug und muss damit leben einige Aktivitäten versäumt zu haben.

Der BarCamp Tag begann gegen 9 Uhr mit einem Frühstück in gemütlicher Runde und anhand der Gespräche war nicht zu überhören, dass der vorangegangene Tag ein voller Erfolg gewesen sein muss. Die meinsten Sessions für diesen Sonntag waren schon am Vortag gesammelt und gesetzt worden. Trotz dieser Tatsache schloss sich dem Frühstück in alter BarCamp-Manier die erneute Begrüßung mit Sessionplanung an.

Wie am Bild zu erkennen ist sind auch für den Sonntag des Camps einige interessante Sessions zusammen gekommen. Ich hatte mich auf Grund meiner langen Anreise dazu entschieden mit leichter Kost zu beginnen und unterstützte meinen Chef Volker Graubaum Moralisch in seiner “Kanban Session Teil 2”. Volker hatte am Vortag schon eine Session zum Thema Kanban gehalten und das Prinzip von Kanban erläutert. Teil 2 war vielmehr eine Fragerunde. Volker zeigte Bilder unserer Boards und erklärte wie wir von e-netconsulting unseren Prozess in Kanban abgebildet haben. Die Teilnehmer konnten dazu fragen stellen. Es war eine sehr lebhafte Session und ich war begeistert wie sehr die Teilnehmer doch an diesem Thema interessiert waren. Es wird denke ich demnächst mehrere TYPO3 Agenturen geben, die Kanban einsetzen werden.

Da ich als Anwendungsentwickler täglich mit der Extensionentwicklung zu tun habe bin ich natürlich daran interessiert die Qualität meines Codes stets zu verbessern. Wie schon auf der Developer Conference in Hamburg zu sehen war steht das Testen von Code ganz weit oben im Kurs. Leider wird das bei vielen Firmen noch vernachlässigt oder nur unzureichend, gar stiefmütterlich, behandelt. Mit Hilfe des Test-Driven-Development kann man die Qualität seines Codes um einiges verbessern. Es ist quasi ein Testen auf ganz neuer Ebene. Ich programmiere nicht erst meine Funktionen und testen sie anschliessend, sondern schreibe mir anhand meiner Spezifikationen einen Test und entwickle dann meine Funktion. Die Funktion ist salopp gesagt erst dann fertig wenn der Test nicht mehr fehlschlägt. Diese Art der Programmierung mag eigenartig klingen, bringt aber eine Reihe von Vorteilen. Auf dem Camp wurde dieses Prinzip von Andreas Wolf anhand der Extension “File Abstraction Layer” beschrieben. Ich war sehr beeindruckt von den Möglichkeiten, die diese Art zu Entwickeln bietet. Bisher hatte ich nur im Extbase Buch von Sebastian Kurfürst und Jochen Rau von Test-Driven-Development gelesen und es als “musst du mal ausprobieren” eingestuft. Nun wirds wirklich einmal Zeit eine Extension im TDD zu entwickeln.

Nach dieser interessanten, aber doch sehr anstrengenden Session gabs es wieder etwas fürs leibliche Wohl. Mittagessen stand auf dem Programm und ich muss sagen diese Wraps waren sehr lecker.

Frisch gestärkt musste ich feststellen, dass das Camp für mich schon bei der Halbzeit angekommen war. Die Zeit verging wahrlich wie im Flug, aber bei diesen interessanten Themen war es auch nicht verwunderlich. Meine nächste Session sollte sich um Extbase Extension Entwicklung drehen. Die zwei Referenten wollten binnen einer Session mit Hilfe des Extension Builders (Nachfolger des Extbase Kickstarters) eine komplette kleine Extbase Extension entwickeln. Grundsätzlich war dies für mich nichts neues, doch ich war sehr daran interessiert zu sehen wie der neue Extension Builder sich verhält.

Eingeleitet wurde die Session auf einem Flügel. Jetzt wird sich jeder Fragen – wie meint er das? BarCamp, TYPO3, Extbase – Was hat dies alles mit einem Flügel gemein? Nico de Haen hat während dieser Session eindrucksvoll bewiesen, dass TYPO3 Entwickler neben der Passion für guten Code auch eine ausgeprägte Passion für gute Musik haben können. Er füllte Wartezeiten während der Live Demo auf dem Flügel mit wunderbar Improvisierten Stücken aus. Ein echtes Highlight für mich an diesem Tag. Die Session ergab für mich keine tiefgreifenden neuen Erkenntnisse, aber durch diese musikalische Einlage war es eine der tollsten Sessions. Fazit dieser Session war für mich schnell in einem Tweet formuliert, denn neben der tollen Musik konnte man sehen das der Extbase Kickstarter erwachsen wird. Eine tolle Arbeit vom Extension Builder Team!

Da ich plane den Azubi-Medienblog auf einen TYPO3 basierten Blog umzubauen stand die letzte Session für mich schnell fest. Ich schau mir an was Sven Wolfermann mit HTML5 und tt_news so alles treibt. Ich war ein wenig überrascht das so wenige dieser Session lauschten, aber mit Kameramann und Referenten waren wir ja immerhin zu Fünft in diesem tollen Raum des Schlosses. Sven begann mit eineigen Auszügen aus de Geschichte von HTML und fand dann den Weg zum Thema HTML Templates für tt_news. Meine Intention war es nun nicht einen Blog mit Hilfe von tt_news aufzubauen, aber HTML5 habe ich bisher nur nebenbei verfolgt und ich wollte in dieser Session die Chance nutzen auch einmal Fragen stellen zu können. Zur den Ausführungen von Sven muss ich nicht viel mehr schreiben, da er seine Präsentation auf prezi.com für jedermann zur Verfügung gestellt hat. Ich fand den Vortrag sehr informativ und ich denke das ich einige Dinge für den Umbau des Blogs verwenden kann.

Leider war dies auch schon die letzte reguläre Session des Camps. Nun kam nur noch die Abschlusssession. Der Schomer-Media Raum war zum zweiten mal am Tag bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Veranstalter resümierten kurz die vergangenen Tage und verlosten an Teilnehmer, die Sessions gehalten hatten oder den weitesten Anreise-Weg hatten Fachbücher. Volker Graubaum schlug auch vor die spontanste Anreise zu prämieren, aber dieser Vorschlag ging wohl unter in der Menge, denn ich denke diese Prämie hätte ich abgegriffen. Die weiteste Anreise konnte übrigens unser Christian Kuhn für sich entscheiden. Auch in dieser Kategorie hätte ich zwar gewonnen, aber auf Grund der Spontanität war ich nicht für das ganze Wochenende angemeldet und die meisten Bücher haben ihren Platz schon längst in der e-netconsulting Büchersammlung gefunden.

Rückblickend war es ein wunderbarer, wenn auch anstrengender, Sonntag in Stuttgart und der kurze Exkurs zum TYPO3camp hat wieder richtig Lust auf das nächste Camp gemacht. Die TYPO3 Community ist einfach einmalig und man muss sich zwischen all diesen netten und kompetenten Menschen einfach wohlfühlen. Das nächste TYPO3camp findet in Berlin statt und wie nicht anders zu erwarten sind wir vom Azubi-Medienblog auch in Berlin mit von der Partie. Diesmal dann im Doppelpack, denn Claudia und meine Wenigkeit werden dann aus Berlin berichten.

Bilder:

Ein Gedanke zu “Spontaner Besuch auf dem TYPO3camp Stuttgart

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