Developer Conference Hamburg

Wie man anhand meines Blogbeitrages zum TYPO3camp Stuttgart schon sehen konnte war das Wochenende vom 20. zum 22. Mai sehr ereignisreich. Freitags und samstags Developer Conference und dann am Sonntag noch das TYPO3camp. Über das TYPO3camp könnt ihr hier mehr lesen.

Nun zur Developer Conference Hamburg. Ich hatte schon vor einigen Tagen einen Vorbericht zur Konferenz verfasst und nun möchte ich euch in ein paar Absätze meine Erfahrungen mitteilen. Wie schon aus dem Vorbericht bekannt ist fand am 20. und 21. Mai in den Räumlichkeiten des Otto Forums in Hamburg die Developer Conference Hamburg zum ersten Male statt.

Tag 1:

Da das BarCamp Hamburg ebenso im Otto Forum ausgerichtet wurde, waren mir die Örtlichkeit bekannt und die Anreise gestaltete sich sehr unkompliziert. So kam es das ich mich Punkt neun Uhr mit foursquare bei der DevCon Hamburg einchecken konnte. Die eigentliche Anmeldung verlief reibungslos und so konnte ich mich direkt zum sehr üppigen Frühstücks Buffet begeben. Während des Frühstückes füllte sich langsam das Forum und man traf erste Bekannte. Ich hab so langsam das Gefühl das man manche Leute auf allen Events sieht, aber um so schöner wenn man gleich Bekannte zum erzählen findet.

Ca. Dreiviertel Zehn fanden sich sämtliche anwesenden Teilnehmer zur kurzen Begrüssungssession im Raum Otto ein. Tarek Müller (Veranstalter und Geschäftsführer von Netimpact) begrüßte alle Teilnehmer ging auf wichtige Dinge wie WLAN, Hashtags und Tagesablauf ein und somit war die Konferenz eröffnet.

Ich hatte mir eigentlich vor der Konferenz überlegt welche Sessions ich mir in den Tracks anhören wollte, doch wie das so ist mit Plänen werden sie nicht immer eingehalten. So kam es das ich nicht alle Sessions besucht habe, die ich mir vorgenommen hatte.

Meine erste Session für diesen Tag sollte ein Facebook Workshop sein. Matthias Lau sprach erst allgemein über Facebook, erklärte Hintergründe und kam dann zum spannendsten Teil der Session – nämlich dem Programmieren. Matthias Lau hatte einige einführenden Beispiele vorbereitet um die Facebook API kennen zu lernen. Die Session war ziemlich gut besucht und ich denke auch Teilnehmer, die kein Notebook dabei hatten konnten aus der Einführungssession Teil 1 eine Menge mitnehmen, da man fast alles auch auf der Developer Seite von Facebook nachlesen kann und somit das nachträgliche ausprobieren kein Problem darstellt. Nach der Session war ich ein bisschen zwiegespalten. Ich wusste nicht genau was ich von der Facebook API halten sollte. Mir war klar, das man mit Sozialen-Netzen wie Facebook sehr viel über sich preis geben kann, aber durch das programmieren wusste ich nun auch wie einfach ich eine Masse an zum Teil sensiblen Daten von Menschen bekommen konnte. Natürlich sind die Menschen selbst Schuld wenn sie diese Daten von sich preis geben und nicht einmal die Privacy Einstellungen konfigurieren, aber es ist trotzdem erschreckend!

Nach meinem Facebook Exkurs wollte ich wieder einmal mehr über die Cloud erfahren. Ich weiss der Begriff ist langsam etwas überstrapaziert, aber das Thema Entwickeln in der Cloud traf bei mir trotz alledem einen Nerv. Es ging nämlich nicht darum für die Cloud etwas zu entwickeln sondern mit der Cloud. Jan Burkl von ZEND Technologies zeigte in seinem Vortrag so einige Services und Dienste die man nutzen kann um mit einem Team in der Cloud zu entwickeln. Er ging zwar sehr viel auf Zend Produkte ein, aber trotzdem war es ein sehr interessanter Vortrag.

Nach diesen zwei schon einmal sehr interessanten Sessions war das Mittagsbuffet eröffnet und es war wieder Zeit für einige sehr nette Diskussionen. Das Essen des Caterers war wie schon beim BarCamp Hamburg von Otto gesponsert und von wunderbarer Qualität und Auswahl. Nach dem Mittag wollte ich mein Wissen zum Thema Cloud nochmals ein wenig auffrischen nur leider war die Session Private Cloud Lösungen nicht mein Fall und somit kann ich aus diesem Track nichts aus meiner Sicht interessantes berichten. An Stelle des Cloud Vortrages hätte ich mir in dem Fall wohl eher den CouchDB Workshop aussuchen sollen. Man kann eben nicht immer die für einen passende Wahl treffen.

Meine Fehlentscheidung konnte ich mit dem nächsten Vortrag von Prof. Dr. Esser von der HAW Hamburg jedoch sofort ausgleichen. Dieser Vortrag war für mich der informativste, lustigste, kurz und gut der BESTE Vortrag des Tages und wenn ich die Twitterwall in mein Gedächtnis rufe stand ich mit dieser Meinung nicht allein auf der weiten Flur. Thema des Vortrages war “Many Cores and Functional Programming”. Die Kombination aus den Folien, dem Vortragsstils und dem Vortragenden allgemein versetzte mich zurück in den Hörsaal der Otto von Guericke Universität. Ich kam mir wahrlich wieder wie ein Student vor. Und das war nicht negativ belastet. Prof. Esser verstand es sehr gut das Publikum mit einem doch sehr komplexen Thema in seinen Bann zu ziehen. Und mit Verlaub gesagt schaffte er das auf eine sehr lustige und elegante Weise. Paradigmen der Funktionalen Programmierung waren mir durch Prof. Rössner (OvGU Magdeburg) noch ein Begriff. Wir lernten dies damals nicht am Beispiel von Scala, wie die Hamburger Studenten unter Prof. Esser, sondern mit Haskell, aber Grundlegend war mir dadurch einiges nicht vollkommen Fremd.

Rückwirkend würde ich Prof. Rössner auch empfehlen Scala statt Haskell zu nutzen, da die Studenten durch Vorlesungen wie Algorithmen und Datenstrukturen sowie Programmieren mit Java schon vertraut sind und Scala die Komplette Java Library nutzen kann. Der Vortrag von Prof. Esser brachte mich jedenfalls dazu das ich mich entschloss mindestens einen Workshop von Prof. Esser am Folgetag zu diesem Thema zu besuchen. Vor allem bin ich aber in den nächsten Jahren gespannt, ob der Professor mit seinem Motto: “ Get functional or get out!” Recht behält.

Die letzten zwei Sessions des ersten Tages sollten sich mit der Programmiersprache PHP beschäftigen. Leider musste ich feststellen das PHP in den beiden Vorträgen von Lars Jankowfsky nicht so wirklich eine Rolle spielte. Im ersten Vortrag “Agile Softwareentwicklung” habe ich mich zwar gewundert, aber dadurch das Lars Jankowfsky es Verstanden hatte das Interesse in mir nicht abflachen zu lassen empfand ich es nicht als störend. Agile Softwareentwicklung ist denke ich vor allem im Webbereich ein großes Thema. Wasserfall Modelle lassen sich sicher schwer im Bereich der Webentwicklung umsetzen. Lars Jankowfsky ging auf Themen wie extreme Programming, Scrum, Kanban oder gar Scrumban ein. Und da mich eben gerade diese Arten der agilen Entwicklung auch brennend interessieren war es für mich auch ohne den Hintergrund der Programmiersprache PHP ein gelungener Vortrag. Der anschliessende Vortrag zu Skalierung mit PHP ist leider bei mir weniger gut angekommen. Es war zwar interessant einmal zu sehen wie Swoodo die Probleme gemeistert hat, aber durch die Teilweise doch eher Pragmatischen Lösungen ging oft ein Raunen durch die Menge. Im Endeffekt kann man sagen Swoodo wurde nun von Amerikanern gekauft und das Unternehmen hat so seine Aufgabe erfüllt und war mit diesen Pragmatischen Lösungen dabei auch noch sehr wirtschaftlich. Nur einen Vortrag auf einer Developer Conference zu halten und dann diese pragmatisch/fragwürdigen Lösungen den ganzen Entwicklern zu präsentieren ist denke ich nicht der richtige Weg.

Mit dieser Session endete dann auch schon er erste Tag der Developer Conference Hamburg. Für einige ging es noch in die Stadt um auf der After-Work Party die 3000 von Xing gesponserten Getränke Gutscheine zu vernichten.

Tag 2:

Neun Uhr im Otto Forum – ein neuer Tag der Developer Conference Hamburg beginnt und man kann nur unschwer erkennen das gestern einige doch etwas länger gebraucht haben um die Gutscheine zu vernichten.

Mein DevCon Tag begann mit einem weiteren foursquare Checkin und ich konnte es kaum glauben ich wurde auch der Mayor der DevCon Hamburg. Das Frühstücksbuffet war wieder einmal unsagbar deliziös und da durch das einige noch schliefen musste man nicht einmal lange warten.

Meine erste Session sollte an diesem Tag ein Workshop zum Thema node.js sein. Es hat sich für mich herausgestellt, dass die Workshops auf der Developer Conference Hamburg qualitativ so hochwertig waren das ich Grundsätzlich nicht daran auszusetzen habe. Es hat wahnsinnigen Spass gemacht von einem node.js Core Contributor eine Einführung in node.js zu bekommen. Grundsätzlich finde ich node.js sehr mächtig und von der Idee her genial, vor allem da ich niemals auf die Idee gekommen wäre so etwas mit JavaScript zu entwickeln. Aber das was das Team um Ryan Dahl geschaffen hat ist echt beeindruckend. Mein persönliches Problem nach dem Workshop ist allerdings das ich keine Idee für einen Anwendungsfall im Arbeitsumfeld habe. Ich kann aber jedem empfehlen sich node.js einmal anzusehen und wenn man die Möglichkeit bekommt sich einen Vortrag von Felix Geisendörfer anzuhören, dann tut es auch.

Nach diesem Hoch am zweiten Tag folgte so gleich ein Tief in meiner Tagesagenda. Ich meinte zwar nur wenige Sätze zuvor, dass die Workshops grundlegend genial waren, aber mir war wohl der Workshop zum Thema Frontend Performance Tuning entfallen. Den Workshop würde ich als Fehlentscheidung kategorisieren, aber wie schon am ersten Tag festgestellt kann man eben nicht immer Richtig entscheiden. In diesem Fall war dieser Workshop für mich leider eine Enttäuschung. Aber auf die Regression folgt stets der Aufschwung und in diesem Falle bestand der Aufschwung darin, dass die fleissigen Helfer des Caterings das Mittagsbuffet aufgebaut hatten. Somit konnte ich mich während des Essens und der anschliessenden Pause auf Fatboys mit einem Bekannten von Twitter (@krautsock) zur Genüge zum vorangegangenen Workshop austauschen. Allgemein habe ich mich während der zwei Tage sehr gern und häufig mit Ingo unterhalten. Es ist eben anders jemanden in Reallife zu kennen.

Nach dem Mittag kamen wir dann zum Höhepunkt meines Tages. Professor Esser setzte seinen gestrigen Vortrag mit zwei Workshops fort. Im ersten Teil des Workshops gab Prof. Esser einen ersten Überblick über die Programmiersprache Scala. Der Vorteil an Scala ist, das man sämtliche Java Bibliotheken benutzen kann. Dies macht den Einstieg für Java Entwickler erheblich einfacher. Nur Scala an sich ist eine sehr mächtige eigene Programmiersprache. Im Prinzip ähnelt es ein wenig Groovey. Nach dem ersten Überblick ging es weiter mit den ersten Programmen. Hello World durfte da natürlich auch nicht fehlen. Leider habe ich auf Grund der mir selbst auferlegten Agenda nur den ersten Teil des Workshops genossen, doch nach Aussagen anderer wurde es im Teil 2 sehr viel komplexer. Somit kann man sich ein wenig trösten.

Meine letzten beiden Sessions waren “Erfolgreiche Projekte” von Judith Andresen und der Workshop “Code Quality Management”. Der Vortrag von Judith Andresen war vom Vortragsstil her wahrscheinlich einer der Besten der Konferenz. Der Workshop zum Thema “Code Quality Management” war an Hand der Beispiel sehr Java lastig und entwickelte sich mehr zu einer Interessanten Diskussionsrunde. Jedoch kann man denke ich resümierend sagen, dass das Entwickler Team von TYPO3v5 und FLOW3 den Vortragenden in nichts nachsteht. Begriffe wie Continuous Integration, Test Driven Development waren mir nicht Fremd und es tut gut zu sehen wie sehr man doch das Vorurteil gegenüber PHP Programmierern hinterfragen muss. Ich denke die Zeiten in der PHP für schlechten Code stand sind vorbei.

Zwei Tage Developer Conference Hamburg neigten sich dem Ende. In der Abschlusssession wurde eines sehr deutlich – es hat allen Gefallen! Es gab viel Lob und Anerkennung für die Organisatoren, Helfer, für das Catering und natürlich auch für die Referenten. Tarek Müller verkündete schon das es nicht die erste und letzte Developer Conference Hamburg gewesen ist. Schon in 3 Monaten wird mit der Planung der zweiten Konferenz begonnen. Und ich kann nur sagen das ich mich schon jetzt auf das nächste mal freue.

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